24 Mrz 2015

Kritik zum Konzert am 21.03.2015

Originalkritik unter : Remscheider Generalanzeiger

Musiker spielen auf hohem Niveau

Konzert am 21.03.2015 RGA

 

Die Künstler beeindruckten bei der Matthäus-Passion in der Lutherkirche.
© Roland Keusch

REMSCHEID Die Matthäus-Passion wurde am Samstag in der Lutherkirche aufgeführt. Dahinter steckte ein Gemeinschaftsprojekt.

Von Daniel Diekhans

Bachs Matthäus-Passion gewinnt durch Leichtigkeit. Deshalb lag Jörg Martin Kirschnereit mit seiner Interpretation genau richtig. Den Eingangschor „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“ dirigierte der Kantor der Lutherkirche in einem getragenen, aber immer fließenden Rhythmus.

Konzentriert folgten die Musiker und Sänger seinen schnellen Taktschlägen. Den Bitten des ersten Chors, Jesus am Kreuz zu betrauern, setzte der zweite Chor seine drängenden, verzweifelten Fragen entgegen. Darüber erhoben sich in verhaltener Trauer die Sopranstimmen des Kinderchors: „O Lamm Gottes unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet.“

Die „Matthäus-Passion“, die am vergangenen Samstag in der Lutherkirche aufgeführt wurde, war Spiegelbild der guten Zusammenarbeit von Jörg Martin Kirschnereit mit Ingrid Kammerer, die den Erwachsenen- und den Kinderchor der Kirchengemeinde Hückeswagen in das Projekt miteinbrachte. Vereint mit fünf Solisten, den jungen und alten Stimmen der Luther-Kirchengemeinde sowie Astrid Ruckebiers Kinderchor „Voices“ ergab das ein gut disponiertes Ensemble, das die unterschiedlichen Charaktere der Chorsätze mit Leben füllte.

Künstler eiferten dem barocken Originalklang nach

Da war der bis zu achtstimmige Furor, der „Sind Blitze, sind Donner“ zu einer Glanznummer machte. Gefolgt von den „Volks-Chören“, die sich in spöttischem Tonfall gegen Jesus stellten. Da waren aber auch die in Dynamik und Tempo fein abgestuften Choräle wie „O Mensch, bewein dein Sünde groß“, die Kinder und Erwachsene gemeinsam vortrugen.

Auf hohem Niveau agierten auch Solisten und Orchester. Auf Viola da Gamba und Cembalo eiferten die Mitglieder von „caterva musica“ dem barocken Originalklang nach. Als Solo-Geiger überzeugte Ensemblechef Wolfgang Fabri, der Mezzosopranistin Stephanie Lesch bei der Arie „Erbarme dich, mein Gott“ einfühlsam begleitete. Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme brauchte sich die junge Sängerin nicht hinter ihren Kollegen zu verstecken. Echte Anteilnahme wusste auch Sopranistin Karolina Brachman in ihre Stimme zu legen. Als Evangelist gelang Tenor Nils Giebelhausen der Spagat zwischen nüchterner Erzählerstimme und dramatischen Ausbrüchen. Souverän interpretierte Basssänger Stephan Storck Jesu Worte. Allein für die bewegende Interpretation der Arie „Mache dich, mein Herze rein“ hatte Bassist Markus Auerbach Applaus verdient.

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