24 Mrz 2015

Kritik zum Konzert am 22.03.2015

Originalkritik unter : Remscheider Generalanzeiger

Matthäus-Passion sorgt für unvergesslichen Abend

 

Die Kinderchöre gestalteten den ersten Teil der Matthäus-Passion wunderbar mit. Die monatelangen Vorbereitungen honorierten die Zuhörer mit viel Applaus. Foto: Roland Keusch

Die Kinderchöre gestalteten den ersten Teil der Matthäus-Passion wunderbar mit. Die monatelangen Vorbereitungen honorierten die Zuhörer mit viel Applaus.
© Roland Keusch

Eine sehr bewegende Aufführung von Bachs Matthäus-Passion erlebten die Zuhörer, die am Sonntagabend in die Pauluskirche gekommen waren.

Von Sabine Naber

Unter der Leitung von Ingrid Kammerer verstanden es der Kammerchor Hückeswagen und die Heinrich-Schütz-Kantorei aus Remscheid, unterstützt von ihren beiden Kinderchören und Astrid Ruckebiers Kinderchor „Voices“ sowie den fünf exzellenten Solisten und einem auf hohem Niveau spielenden Orchester, die Passionsgeschichte innig und berührend zu erzählen, aber auch die Frage zu beantworten, was sie bedeutet.

Bach hat in seiner breit angelegten Matthäus-Passion, seinem längsten Oratorium, zwei vierstimmige Chöre vorgesehen, im Eingangschor kam noch der einstimmige Chor der Kinder dazu, die sich mit ihren hellen Stimmen in das Geschehen einflechten, indem sie den Choral „O Lamm Gottes unschuldig“ sangen. Sie gestalteten den ersten Teil wunderbar mit.

Tenor Nils Giebelhausen hat einen beeindruckenden Part

Mal waren die Chöre spöttisches Volk, mal gestalteten sie innig und mitfühlend die eingewobenen Choräle. In dieser, von großer Kompetenz getragenen Aufführung, die Ingrid Kammerer souverän dirigierte, konnte man als Zuhörer erleben, das ein Orchester auch einen Text abbilden kann. Zumindest die Mitglieder des Kammerorchesters „caterva musica“, die auf originalen oder nach historischen Vorbildern rekonstruierten Instrumenten spielen, die den besonderen Klang im Zusammenspiel ergeben, konnten es vortrefflich.

 

Künstler beeindrucken mit Matthäus-Passion

 

Den am meisten beeindruckenden Part hatte sicherlich der Tenor Nils Giebelhausen, der als Evangelist durch Wortdeutlichkeit und feinste Schattierungen zum Herzen der Aufführung wurde. Großartig und mit großer Ruhe interpretierte Stephan Storck mit seiner imposanten Bassstimme die Worte Jesus, überzeugend auch der Bassist Markus Auerbach, der wie alle anderen Gesangssolisten und -solistinnen in der Pauluskirche wahrlich brillierte. Bewegend und ergreifend das Duett der beiden Sängerinnen Karolina Brachmann (Sopran) und Stefanie Lesch (Mezzosopran) in der Arie „So ist mein Jesus nun gefangen“.

Bachs großes Werk differenziert und einfühlsam umgesetzt

Differenziert und sehr einfühlsam setzen die Sängerinnen und Sänger sowie die Musiker Bachs Werk um und sorgen für einen unvergesslichen Abend. Das ist sicherlich nur durch die gute Zusammenarbeit zwischen Jörg Martin Kirschnereit, Kantor der Remscheider Luther-Kirchengemeinde, und Ingrid Kammer möglich. Die Zuhörer in der Kirche schienen am Ende den Atem anzuhalten und wären wohl auch ohne Aufforderung der Bitte gefolgt, vor dem Applaus einen Moment der Stille abzuwarten.

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