28 Jul 2014

Kritik zum Konzert vom 24.07.2014

Aachener Zeitung

Begeisterndes Konzert der „Caterva musica“

In der Alten Kirche Körrenzig begeisterte das Quartett Caterva musica mit alter Musik auf historischen Instrumenten.

KÖRRENZIG. „Aus der Seele sollt ihr spielen.“ An diese Worte des Komponisten Telemanns erinnerte Prof. Wolfgang Höfling. Ihm war die Aufgabe zugefallen, im Namen des Veranstalters „Rettet die Alte Kirche Körrenzig“ die zahlreichen Zuhörer zum 2. Konzert in der Reihe „Kultur in der alten Kirche“ willkommen zu heißen.

Die Musiker des Ensembles „Caterva musica“, übersetzt „musikalische Schar“ benötigten diese Aufforderung allerdings nicht. Sie spielten tatsächlich aus der Seele heraus, dazu noch mit hervorragendem handwerklichen Können und hoher Musikalität.

Hans Heinrich Kriegel (Oboe), Elke Fabri (Violine), Wolfgang Fabri (Violine, Viola) und Sigrun Stephan (Cembalo) sind allesamt Vollprofis, die die Liebe zur alten Musik und zu historischen Instrumenten 1998 zusammengeführt hat. Dieses Konzert widmeten sie in erster Linie Carl Philipp Emanuel Bach, der vor 300 Jahren das Licht der Welt erblickte und zu seinen Lebzeiten größere Berühmtheit erlangte als sein Vater Johann Sebastian. Sein Patenonkel war außerdem Georg Philipp Telemann, und so stellte das Ensemble Vater, Sohn und Pate und ihre Musik gegenüber.

Der erste Teil des sehr gut besuchten Konzerts war von Solodarbietungen geprägt. Carl Philipp Emanuel Bachs Solo a Oboe col Basso bildete den Auftakt, bei dem Hans Heinrich Kriegel und Sigrun Stephan zu überzeugen wussten. Mit Telemanns Solo aus der Tafelmusik 2. Teil in A für Violine und Basso continuo setzten Wolfgang Fabri und Sigrun Stephan das Konzert fort und ernteten ebenfalls großen Applaus.

Den wohl schwierigsten Part hatte Elke Fabri zu bewältigen mit Johann Sebastian Bachs Partita Nr.3 E-Dur für Violine solo BWV 1006, das höchste Anforderungen an die Künstlerin stellte.

Intensives Zwiegespräch

Im zweiten Teil begeisterte das Ensemble sein Publikum mit „Sanguineus und Melancholicus“ des Bach-Sohnes, einer Sonate für zwei Violinen und Basso continuo Wq 161,1. Ein intensives Zwiegespräch wird von den beiden Violinen zwischen Sanguineus, dem unbeschwerten und fröhlichem Menschen, und seinem Gegenüber, dem schwermütigen, nachdenklichem, geführt. Carl Philipp Emmanuel stellt seine Charakterzüge durch einen Dämpfer an der zweiten Violine, die von Wolfgang Fabri gespielt wurde, noch besser heraus. Einen leichten beschwingten Ausklang, wie man Telemann kennt, gewährte das Quartett abschließend dem Publikum mit seiner Komposition „Quartett in g-Moll für Oboe, Violine, Viola und Basso continuo.

In der hochkarätigen Veranstaltungsreihe, die der Verein seit einigen Jahren in der Alten Kirche organisiert, war dieses Konzert des Quartetts „Caterva musica“ noch einmal ein besonderer Glanzpunkt. Kr.